Arne Jacobsen entwarf seine Uhren für Gebäude: eine Bankhalle, zwei Rathäuser, einen Elektrohersteller. Wer eine davon nach Hause holt, steht vor kleineren Fragen, und genau die beantwortet dieser Ratgeber: Welcher Durchmesser passt zu dem Abstand, aus dem Sie die Uhr ablesen, wie hoch soll die Mitte sitzen, und wie wird sie befestigt, damit sie an Gipskarton oder Ziegel gerade hängen bleibt?
Falls Sie noch zwischen den vier Zifferblättern selbst wählen, stellt unser früherer Beitrag über die Wanduhren Bankers, Roman, Station und City Hall die Gesichter und ihre Geschichte vor. Hier geht es um die Wand.
Vier Größen, vier Gewichte
Alle vier Uhren sind gleich aufgebaut: ein Mineralglas, ein Aluminiumgehäuse und Teile aus ABS, dazu ein batteriebetriebenes Uhrwerk. Das Gehäuse hält die gewölbte Glasfront leicht von der Wand ab, deshalb scheinen die Uhren zu schweben, statt flach aufzuliegen. Von Modell zu Modell ändern sich die Fläche, die Tiefe und, für die Befestigung am wichtigsten, das Gewicht.
| Uhr | Durchmesser | Tiefe | Gewicht | Ursprünglicher Auftrag | Passt zu |
|---|---|---|---|---|---|
| Bankers | Ø48 cm | 7,8 cm | 4,03 kg | Dänische Nationalbank, 1971 | Über dem Sofa, eine große freie Wand, ein Treppenhaus, von unten abgelesen |
| Roman | Ø29 cm | 6,3 cm | 1,35 kg | Rathaus Aarhus, 1942 | Über der Küchentür, eine Wand am Esstisch, die Stirnwand eines Flurs |
| Station | Ø21 cm | 5,4 cm | 0,92 kg | LK, 1941 | Eine Küchenwand, ein schmaler Pfeiler zwischen Fenstern, ein Arbeitszimmer |
| City Hall | Ø16,5 cm | 5 cm | 0,55 kg | Rathaus Rødovre, 1956 | Über dem Schreibtisch, neben einem Bücherregal, eine Schlafzimmerwand |
Das Gewicht steigt nicht linear. Die Roman mit Ø29 cm wiegt keine anderthalb Kilo, die Bankers mit Ø48 cm ist mit 4,03 kg etwa dreimal so schwer. Diese eine Zahl entscheidet über die Montage mehr als alles andere in der Tabelle.

Den Durchmesser nach dem Leseabstand wählen
Eine Wanduhr liest man im Vorbeigehen ab, meist von dort, wo man gerade steht oder sitzt. Entscheidend ist also weniger die Größe der Wand als die Entfernung zum Betrachter.
- Abgelesen vom Stuhl am Schreibtisch. Die City Hall Wall clock Ø16.5 cm ist die naheliegende Wahl. Mit 5 cm Tiefe kommt sie auch einem Regal daneben nicht in die Quere.
- Abgelesen quer durch Küche oder Arbeitszimmer. Die Station Wall clock Ø21 cm bleibt von der anderen Seite einer üblichen Küche gut lesbar, ohne eine Wand zu beherrschen, an der auch Schränke, ein Fenster oder eine Reling Platz finden müssen.
- Abgelesen vom anderen Ende des Raums oder entlang eines Flurs. Die Roman Wall clock Ø29 cm hat genug Präsenz für die Distanz und ist trotzdem leicht genug für fast jede Wand.
- Abgelesen vom Sofa, quer durchs Wohnzimmer oder das Treppenhaus hinauf. Die Bankers Wall clock Ø48 cm wurde für eine Bankhalle gezeichnet, und so verhält sie sich auch: Sie ist von Weitem lesbar und trägt eine große Wandfläche ganz allein.
Kleben Sie vor dem Bohren einen Papierkreis im genauen Durchmesser an die Wand und betrachten Sie ihn von Ihrem häufigsten Sitzplatz aus. Eine Scheibe, die aus der Nähe zu groß wirkt, sieht vom Sofa aus oft genau richtig aus.
Wie hoch die Mitte sitzen sollte
Galerien hängen Bilder traditionell mit der Mitte etwa 145–160 cm über dem Boden auf, ungefähr auf Augenhöhe im Stehen. Das ist ein guter Ausgangspunkt für eine Uhr an einer freien Wand, im Flur oder auf einem Treppenabsatz, wo man sie im Vorbeigehen abliest.
In drei Situationen lohnt sich eine Korrektur.
- Über dem Sofa. Halten Sie die Unterkante der Uhr frei von Köpfen, die sich an die Wand zurücklehnen, und richten Sie die Uhr mittig auf das Sofa aus, nicht auf die Wand. Bei einer Bankers mit Ø48 cm wirkt ein Abstand von ein bis zwei Handbreit zwischen Rückenlehne und Gehäuse meist gewollt statt eingezwängt.
- Über dem Schreibtisch. Hängen Sie tiefer, damit die Uhr im Sitzen in Ihrem Blickfeld liegt und nicht darüber. Lassen Sie darunter Platz für eine Schreibtischleuchte.
- Über der Küchentür. Hier sitzt die Mitte zwangsläufig deutlich über Augenhöhe. Lassen Sie einen klaren Abstand zwischen der Oberkante der Türzarge und dem Gehäuse, damit die Uhr als eigenständiges Objekt wirkt, und zentrieren Sie sie auf die Türöffnung, nicht auf die Wand.
Eine praktische Grenze gilt überall: Das Uhrwerk läuft mit Batterie, die Uhr muss also hin und wieder von der Wand. Hängen Sie sie dort auf, wo Sie sie bequem vom Boden oder von einer kleinen Trittstufe erreichen, und vermeiden Sie den Platz direkt über dem Kochfeld oder einer viel genutzten Arbeitsplatte, wo das Hinaufgreifen umständlich ist.

Befestigung an Gipskarton oder Ziegel
Bevor Sie Schrauben besorgen, sehen Sie sich die Rückseite der Uhr an und notieren Sie genau, wo der Aufhängepunkt im Verhältnis zur Mitte des Zifferblatts liegt. Übertragen Sie diesen Versatz von der gewählten Höhe der Mitte auf die Wand, mit einer leichten, waagerechten Bleistiftlinie.
Gipskarton
Die City Hall mit 0,55 kg und die Station mit 0,92 kg sind leicht, ein hochwertiger Gipskartondübel mit Schraube hält beide. Die Roman mit 1,35 kg ist noch moderat, doch ein Metall-Hohlraumdübel lohnt den kleinen Mehraufwand, denn eine Uhr wird bei jedem Batteriewechsel angefasst, und ein weicher Dübel kann sich über die Jahre lockern.
Bei der Bankers sieht es anders aus. Mit 4,03 kg an einem einzigen Punkt sollte sie sich nicht auf einen Kunststoffdübel im Gipskarton verlassen. Am besten suchen Sie mit einem Ortungsgerät einen Holz- oder Metallständer und schrauben dort hinein. Liegt der Ständer nicht dort, wo die Uhr hin soll, nehmen Sie einen Kippdübel oder einen Metall-Hohlraumdübel, der die Last hinter der Platte verteilt, und halten Sie sich an die vom Dübelhersteller angegebene Belastbarkeit für die jeweilige Plattenstärke.
Ziegel und Beton
Massive Wände sind einfacher. Bohren Sie mit einem Steinbohrer in der Größe, die der Dübel vorgibt, entfernen Sie den Bohrstaub, klopfen Sie den Dübel ein und drehen Sie die Schraube so weit hinein, dass nur noch so viel vom Kopf übersteht, wie der Aufhängepunkt braucht. In altem Mauerwerk bohren Sie in den Ziegel selbst, nicht in die Mörtelfuge, die bröckeln kann. So hängt jede der vier Uhren sicher, auch die Bankers.
Ganz gleich, welche Wand: Lassen Sie den Schraubenkopf nur wenige Millimeter überstehen. Das Aluminiumgehäuse soll dicht an der Wand sitzen und so die schwebende Wirkung erzeugen, eine zu weit herausragende Schraube kippt die Uhr nach vorn.

Tiefe, Türen und der Raum rund um die Uhr
Die Tiefe wird leicht übersehen. Die City Hall steht 5 cm von der Wand ab, die Bankers 7,8 cm. In einem schmalen Flur, neben einer Tür, die gegen die Wand aufschlägt, oder neben einer hohen Schranktür entscheiden diese wenigen Zentimeter darüber, ob die Uhr angestoßen wird. Öffnen Sie alle Türen in der Nähe vollständig, bevor Sie die Wand markieren.
Gönnen Sie der Uhr eigenen Raum. Jacobsen entwarf diese Zifferblätter für öffentliche Innenräume mit viel Wand drumherum, und am stärksten wirken sie mit einem freien Rand statt eingeklemmt zwischen Bilderrahmen.
Zur Pflege genügt für Mineralglas und Aluminium ein trockenes, weiches Tuch. In der Küche sollten Sie das Glas öfter abwischen, denn ein Fettfilm vom Kochen trübt das weiße Zifferblatt schneller als Staub.

Ein kurzer Plan vor dem Bohren
- Wählen Sie den Durchmesser nach dem Abstand, aus dem Sie ablesen, und testen Sie ihn mit einer Papierschablone.
- Legen Sie die Höhe der Mitte nach der Situation fest: etwa auf Augenhöhe an einer freien Wand, tiefer über dem Schreibtisch, mittig über Sofa oder Tür.
- Prüfen Sie die Wandart und wählen Sie die Befestigung nach dem Gewicht, mit besonderer Sorgfalt bei der 4,03 kg schweren Bankers an Gipskarton.
- Prüfen Sie Türschwenkbereiche und Tiefe, dann markieren, ausrichten und nur einmal bohren.
Alle Größen und Serien im direkten Vergleich finden Sie in der gesamten Kollektion Arne Jacobsen Clocks.
