Louis Poulsen fertigt drei Pendelleuchten aus demselben Material, mundgeblasenem weißem Opalglas, und doch beleuchtet jede einen Raum auf ganz eigene Weise. Im Produktraster wirken Moser, Toldbod Glass und Wohlert fast austauschbar. Dieser Vergleich zeigt, wie jede Leuchte gebaut ist, wie ihr Licht fällt und zu welchem Raum sie am besten passt.
Drei Designer, ein Material
Opalglas hat bei Louis Poulsen eine lange Tradition, denn es kann etwas, das Metallschirme nicht können: Der gesamte Schirm wird zur Lichtquelle. Das Leuchtmittel verschwindet hinter einer milchigen Oberfläche, und das Licht verteilt sich über das Glas, statt sich in einem hellen Punkt zu sammeln. Jede der drei Pendelleuchten führt diesen Gedanken in eine eigene Richtung.
Die älteste ist die Wohlert Pendant, 1959 von dem Architekten Vilhelm Wohlert entworfen. Bekannt ist er vor allem als Mitarchitekt des Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk nördlich von Kopenhagen, und die Leuchte teilt den ruhigen, unangestrengten Charakter dieses Gebäudes. Während seine Zeitgenossen aufwendige Mehrschirmsysteme verfeinerten, reduzierte Wohlert die Leuchte auf eine sanft gerundete Kugel mit einer Öffnung an der Unterseite.
Die beiden anderen kamen 2002 hinzu. Die Moser Pendant stammt von der Keramikkünstlerin Anu Moser, die nicht von einem Lampenschirm ausging, sondern vom Verhalten geschmolzenen Glases: dem weichen Tropfen, der sich am Ende der Glasmacherpfeife bildet. Die Toldbod Glass Pendant wurde von Louis Poulsen selbst entwickelt und ist nach dem Toldbod-Viertel an Kopenhagens Hafenfront benannt, wo das Unternehmen lange seinen Sitz hatte.

Moser, Toldbod Glass und Wohlert im direkten Vergleich
Die Tabelle stellt die drei Entwürfe in den Punkten gegenüber, die meist den Ausschlag geben. Die Maße entsprechen den Angaben von Louis Poulsen, in Millimetern.
| Moser | Toldbod Glass | Wohlert | |
|---|---|---|---|
| Designer und Jahr | Anu Moser, 2002 | Louis Poulsen, 2002 | Vilhelm Wohlert, 1959 |
| Durchmesser | Ø 185, Ø 205, Ø 250 | Ø 155, Ø 220 | Ø 300, Ø 350, Ø 400 |
| Kleinste Größe | 185 x 255 mm, 2,1 kg | 155 x 260 mm, 1,8 kg | 300 x 320 mm, 6,4 kg |
| Glas | Mattweißes Opalglas | Dreischichtiges Opalglas, außen glänzend | Mattweißes Opalglas, unten offen |
| Oberfläche der Aufhängung | Poliertes Aluminium | Gebürsteter Edelstahl | Gebürsteter Stahl |
| Leuchtmittel | E27 (max. 40 W; Ø 250 max. 60 W) | G9, max. 25 W | E27, max. 70 W, oder Dim-to-Warm LED 41 W |
| Lichtcharakter | Gleichmäßiges Rundumlicht, blendfrei von unten | Weiches Leuchten mit Lichtkegel nach unten | Rundumlicht plus direktes Licht nach unten |
| Bester Raum | Am Bett, im Treppenhaus, in Gruppen über dem Esstisch | Am Bett, in Reihe über der Kücheninsel | Esstisch, Flur, Wohnzimmer |
Wie sich das Licht unterscheidet
Alle drei Schirme sind mundgeblasen, doch das Glas wird jeweils anders verarbeitet, und genau darin liegt der eigentliche Unterschied.
Moser: ein geschlossener Lichttropfen
Die Moser ist eine fast geschlossene Form aus mattem Opalglas. Die gesamte Oberfläche leuchtet gleichmäßig, aus keinem Blickwinkel ist ein Leuchtmittel zu sehen, und das patentierte Befestigungsdetail lässt die Verbindung zur Aufhängung nahezu unsichtbar werden. So wirkt sie wie ein leuchtender Tropfen, der in der Luft schwebt. Weil selbst beim Blick direkt von unten nichts blendet, gehört die Moser zu den Pendelleuchten, die sich am leichtesten tief hängen lassen.
Toldbod Glass: Leuchten mit Richtung
Die Toldbod Glass besteht aus drei Schichten Opalglas. Die weißen Innenschichten streuen das Licht, während die glänzende Außenschicht dem Schirm im ausgeschalteten Zustand einen sanften Schimmer verleiht. Ihre Form lenkt einen angenehmen, blendfreien Lichtkegel nach unten auf eine Fläche, während das Glas zugleich in alle Richtungen weich leuchtet, sodass der Raum ringsum nie im Dunkeln liegt. Von den dreien ist sie am stärksten auf eine Aufgabe ausgerichtet.
Wohlert: ein Mond mit Öffnung
Die Wohlert-Kugel leuchtet rundum gleichmäßig wie ein Vollmond, doch durch die Öffnung an der Unterseite fällt ein Teil des Lichts direkt nach unten. So bekommt ein Tisch oder Boden darunter mehr direktes Licht als bei der Moser, ohne den gebündelten Kegel der Toldbod. Die Öffnung macht außerdem den Wechsel des Leuchtmittels einfach. Die LED-Version ist mit Standarddimmern phasendimmbar und wird beim Dimmen wärmer, von 3000 K bis hinunter auf 1800 K.

Größe, Gewicht und Decke
Die Größe ist die klarste Trennlinie. Moser und Toldbod Glass sind kompakte Pendelleuchten: Die kleinste Toldbod misst nur 155 mm im Durchmesser und wiegt 1,8 kg, die kleinste Moser misst 185 mm bei 2,1 kg. Selbst die größte Moser bleibt mit 250 x 360 mm und 3,5 kg ein zurückhaltendes Objekt im Raum.
Die Wohlert beginnt dort, wo die anderen aufhören. Ihre kleinste Version misst 300 x 320 mm und wiegt 6,4 kg, die Versionen Ø 350 und Ø 400 wiegen 7,8 kg (10,6 kg mit LED). Das ist eine echte Präsenz über einem Tisch und erfordert eine Deckenbefestigung, die das Gewicht tragen kann. Klären Sie das vorab mit Ihrem Elektriker, besonders in Altbauten mit Putzdecken.
Alle drei werden mit 3 m Kabel und Baldachin geliefert (4 m bei der LED-Wohlert, mit dem Treiber im Baldachin), sodass sich die Hängehöhe vor Ort anpassen lässt.
Welche Leuchte für welchen Raum
Im Schlafzimmer macht je eine kleine Pendelleuchte auf jeder Bettseite den Nachttisch komplett frei. Die Toldbod Glass Ø 155 oder Ø 220 ist die naheliegende Wahl, wenn Sie im Bett lesen, denn ihr Lichtkegel beleuchtet die Buchseite, ohne den ganzen Raum zu erhellen. Die Moser Ø 185 passt zu allen, die ein sanfteres Rundumlicht möchten und eine Leuchte schätzen, die auch vom Kopfkissen aus gut aussieht.
Über der Kücheninsel gilt: lieber gruppieren als vergrößern. Drei oder vier Toldbod Glass Ø 155 in gerader Reihe geben jedem Abschnitt der Arbeitsfläche einen eigenen Lichtkreis und halten die Sichtachsen durch die Küche frei. Auch die Moser funktioniert hier, und mehrere in unterschiedlichen Höhen gehängt ergeben eine lockere Konstellation, die ebenso gut in ein Treppenhaus passt.
Über dem Esstisch kommt die Wohlert voll zur Geltung. Eine Ø 350 oder Ø 400 über einem runden Tisch oder zwei Ø 300 über einem längeren schaffen das großzügige Rundumlicht, in dem Gesichter entspannt wirken, und durch die Öffnung fällt genug direktes Licht auf den Tisch selbst. Die Wohlert eignet sich auch für den Flur, wo zwei oder drei in einer Linie einen ruhigen Rhythmus vorgeben.

Die Entscheidung
Beginnen Sie mit dem Raum und damit, wie Sie ihn nutzen. Wenn Sie gezieltes Licht auf einer Fläche brauchen, wählen Sie die Toldbod Glass. Wenn Sie das dezenteste, blendfreie Leuchten wünschen und Ihnen die Idee einer vom Glas selbst geformten Leuchte gefällt, wählen Sie die Moser. Wenn sich die Pendelleuchte über einem Tisch oder in einem großen Raum behaupten muss, wählen Sie die Wohlert, und lesen Sie mehr über ihre Entstehung in unserem Beitrag über die Wohlert Pendant und den Mitarchitekten des Louisiana.
Alle drei teilen die Qualität, die Opalglas so angenehm im Alltag macht: Eingeschaltet wird der Schirm zum Licht, ausgeschaltet ist er eine klare weiße Form, die sich in jedes Farbkonzept einfügt. Um sie mit anderen Entwürfen zu vergleichen, von Poul Henningsens Lamellenschirmen bis zu skulpturalen Stücken anderer Hersteller, entdecken Sie das gesamte Sortiment an Pendelleuchten.
