Die meisten Geschirrmuster leben auf einer einzigen Art von Objekt: einem Tellerrand, einem Tassenrand, einem aufgedruckten Band. Rhombe von Lyngby Porcelæn geht einen selteneren Weg. Die Serie nimmt ein einziges Rautenrelief und führt es von Speisetellern über eine Vase und eine zweistöckige Etagere bis zu einem Besteckset aus Stahl. Dieser Beitrag zeigt, woher das Motiv stammt, wie es sich auf dem Weg in die heutige Serie verändert hat und was ein wiederkehrendes Muster für einen Tisch leistet, der nach und nach wächst.
Vom Abziehbild zum erhabenen Relief
Lyngby Porcelæn stellt seit 1936 dänisches Porzellan her, dem Jahr, in dem die geriffelte Lyngby Vase erstmals erschien. Die Formensprache des Hauses setzt seit jeher auf Form statt Ornament: weiße Körper, klare Profile und eine Oberfläche, deren Reiz aus der Form selbst kommt. Rhombe passt zu dieser Sprache, doch die Quelle ist ein Archivmuster und kein neuer Entwurf.
Das Rautenmotiv wurde zuerst auf einer älteren Lyngby-Serie namens Danild verwendet. Dort war es als Abziehbild aufgebracht, als gedrucktes Transferbild auf der Glasur. Als das Kopenhagener Studio Karakter Copenhagen die Idee für die Serie Rhombe neu bearbeitete, änderte es die Technik, nicht das Motiv. Die Raute wird nicht mehr auf das Porzellan gedruckt. Sie ist als Relief in die Form gepresst, sodass das Muster aus demselben weißen Material besteht wie der Teller, auf dem es sitzt.
Das ist ein größerer Schritt, als es klingt. Ein Abziehbild ist das Bild eines Musters, ein Relief ist eine echte Oberfläche. Deshalb sind Design und Muster der Rhombe-Stücke nicht identisch mit den Archivoriginalen, und die Serie steht für sich und ist keine Neuauflage. Man erkennt das alte Motiv darin, aber man spürt es mit den Fingerspitzen und an der Art, wie das Licht über die Facetten gleitet.

Warum ein Relief in Weiß funktioniert
Auf weißem Porzellan wirkt ein gedrucktes Muster über Kontrast. Ein Relief hat keinen eigenen Kontrast. Es lebt vom Licht und verändert sich deshalb im Lauf des Tages. Bei flachem Morgenlicht von der Seite werfen die Facetten kleine Schatten, und das Rautenraster wird scharf. Abends unter einer Pendelleuchte wird es weich, eher eine Textur, die man ahnt, als eine, die man sieht.
Der Rhombe Dinner plate Ø27 cm white zeigt das am besten. Er misst 27 cm im Durchmesser, ist 2,5 cm hoch, wiegt 0,91 kg und ist von Hand aus Porzellan gefertigt. Das Relief sitzt auf der Fahne, der Spiegel des Tellers bleibt glatt für das Essen. Diese Aufteilung ist wichtig. Das Muster rahmt eine Mahlzeit, ohne mit ihr zu konkurrieren, und ein grüner Salat oder dunkel geschmortes Fleisch hebt sich klar von der glatten Mitte ab. Der Teller ist spülmaschinen- und mikrowellengeeignet, ein Grund, warum die Serie als Alltagsgeschirr gedacht ist und nicht als etwas, das man nur an Feiertagen hervorholt.
Das Motiv jenseits des Tellers
Ein Muster, das nur auf Tellern existiert, bleibt auf dem Tisch. Rhombe geht weiter, und jedes Stück muss dieselbe Raute in eine andere Form übertragen, in einem Fall sogar in ein anderes Material.
Die Vase
Die Rhombe Vase H25 cm white bringt das Relief auf eine senkrechte Fläche. Auf einen Teller blickt man von oben, eine Vase sieht man von der Seite, sodass sich die Facetten am Körper übereinanderstapeln und das Licht über die ganze Höhe einfangen. Mit 25 cm Höhe fasst sie einen einzelnen Zweig oder ein paar Stiele, und auch leer steht sie gut da. Auf einem Sideboard nahe dem Esstisch verbindet sie den Raum mit dem Tisch, ganz ohne Blumen.
Die Etagere
Die Rhombe Etagere Ø27 cm white stapelt zwei Ebenen mit 23 und 27 cm Durchmesser auf einem schlanken Metallstab mit Ring oben. Sie ist 27 cm hoch und wiegt 1,38 kg. Sie besteht aus weiß glasiertem Porzellan, und die größere Ebene hat denselben Durchmesser wie der Speiseteller, sodass beide nebeneinander wie Mitglieder einer Familie wirken. Die Etagere ist nicht spülmaschinengeeignet und sollte von Hand gespült werden.

Das Besteck
Der aufschlussreichste Schritt ist der Wechsel zu Metall. Das Rhombe Cutlery set steel 16 pcs. besteht aus recyceltem Stahl und umfasst je vier Messer, Gabeln, Löffel und Teelöffel. Die Raute erscheint auf jedem Griff als flaches Relief, in derselben erhabenen Ausführung wie auf dem Porzellan. Das Set wiegt 0,148 kg und ist spülmaschinengeeignet. Zu Rhombe gehört außerdem ein Tortenheber aus Stahl, 25,5 cm lang, der natürliche Partner der Etagere.
Stahl fängt das Licht anders als glasiertes Porzellan: Er reflektiert, statt zu schattieren. Auf dem Griff wird das Relief zu kleinen Lichtpunkten. Neben einem Rhombe Teller greifen Messer und Gabel den Rand auf, ohne ihn zu kopieren, und das ist ungefähr so viel Einheitlichkeit, wie ein Tisch verträgt, bevor er inszeniert wirkt.

Die Serie im Überblick
| Stück | Material | Maße laut Angaben | Pflege |
|---|---|---|---|
| Speiseteller Ø27 cm | Porzellan | Ø27 cm, 2,5 cm hoch, 0,91 kg | Spülmaschinen- und mikrowellengeeignet |
| Vase H25 cm | Porzellan, weiß | 25 cm hoch | Keine Angabe |
| Etagere Ø27 cm | Glasiertes Porzellan | Ebenen Ø23 und Ø27 cm, 27 cm hoch, 1,38 kg | Nicht spülmaschinengeeignet |
| Besteckset, 16 Teile | Recycelter Stahl | Je vier von vier Teilen, 0,148 kg | Spülmaschinengeeignet |
| Tortenheber | Stahl | 25,5 cm lang | Keine Angabe |
Was Beständigkeit einem Tisch über die Jahre bringt
Der praktische Wert eines wiederkehrenden Motivs zeigt sich erst Jahre nach dem ersten Kauf. Die meisten Haushalte kaufen kein komplettes Service auf einmal. Sie beginnen mit Tellern, ergänzen Schalen, wenn etwas zerbricht oder die Familie wächst, und nehmen zum Geburtstag ein Servierstück dazu. Bei einer Serie mit einem klaren Motiv fügt sich jedes spätere Stück ein, ohne dass man überlegen muss, ob es passt.
Auch als Entscheidung altert das Relief gut. Weil es Weiß auf Weiß ist, legt es den Tisch auf kein bestimmtes Farbschema fest. Leinen in Ocker in einem Jahr und in Grau im nächsten, beides funktioniert. Gläser eines anderen Herstellers, Holzbretter und handgemachte Schalen fühlen sich daneben wohl, denn das Muster ist leise genug, um den Tisch zu teilen.
Einen weiteren Vorteil bietet das Besteck. Stahl und Porzellan stammen meist aus getrennten Traditionen und haben selten miteinander zu tun. Wenn der Messergriff den Tellerrand wiederholt, wirkt das Gedeck wie eine einzige Entscheidung und nicht wie eine Sammlung einzelner. Das hilft besonders auf einem sonst gemischten Tisch, denn ein durchgehender Faden genügt, um ihn zusammenzuhalten.
Ein sinnvoller Aufbau: Beginnen Sie mit Speisetellern und Besteck, denn sie geben an jedem Platz den Rhythmus vor. Nehmen Sie die Etagere dazu, wenn Sie oft genug Gäste haben, um ein Mittelstück zu wollen, das auch serviert, und holen Sie die Vase zuletzt dazu, wo sie das Motiv vom Tisch in den Raum trägt. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Abständen und Licht finden Sie in unserem Beitrag zum Tisch für vier mit Rhombe.
Ein Muster, das in Produktion bleibt
Rhombe ist die Alltagsserie von Lyngby Porcelæn und wird wie die Lyngby Vase fortlaufend produziert. Genau das macht aus einem Muster eine Serie, mit der man leben kann: Ersatz und Ergänzungen bleiben möglich, und so wächst der Tisch, statt ersetzt zu werden. Die Raute kam als gedruckte Dekoration aus dem Archiv, in Rhombe ist sie zu einer Oberfläche geworden, die man in der Hand hält, wiederholt in Porzellan und Stahl. Teller, Schalen, Tassen und Vasen zusammen sehen Sie in der gesamten Lyngby Porcelæn Kollektion.
