Arne-Jacobsen-Roman-Vaegur-HvidSort-43652.png Arne Jacobsen Roman wall clock Ø48 cm with white dial and black Roman numerals
on October 07, 2026

Station oder Roman: Arne Jacobsens zwei Wege zur Ablesbarkeit

Arne Jacobsen hat für dieselbe Aufgabe zwei sehr unterschiedliche Zifferblätter gezeichnet: jemandem quer durch den Raum die Uhrzeit mitzuteilen, schnell und ohne Mühe. Das Station-Zifferblatt erreicht das mit einer linierten Minutenskala, das Roman-Zifferblatt mit einem Kranz aus Ziffern. Dieser Beitrag zeigt, wie beide das Problem der Ablesbarkeit lösen und warum die gewählte Größe darüber entscheidet, welcher Ansatz besser funktioniert.

Uhren, gezeichnet wie Teile eines Gebäudes

Jacobsen war zuerst Architekt, und seine Uhren entstanden aus der Architektur heraus, nicht aus einem Produktkatalog. Die Roman-Uhr ist mit seinem Rathaus in Aarhus verbunden, einem Bau, an dem er gemeinsam mit Erik Møller arbeitete und bei dem er sich auch um Ausstattung, Möbel und Beschilderung kümmerte. Die Station-Uhr wurde laut Hersteller ursprünglich für den dänischen Elektrohersteller LK gezeichnet. In beiden Fällen war die Aufgabe funktional: ein Zifferblatt, das von Menschen gelesen wird, die einen Raum durchqueren, und nicht aus nächster Nähe bewundert.

Diese Herkunft erklärt, warum keines der beiden Zifferblätter Schmuck trägt. Kein Markenzeichen konkurriert mit den Zeigern, es gibt keine dekorative Lünette und keine Struktur auf dem Zifferblatt. Rosendahl Design Group fertigt heute beide Serien, und die aktuellen Ausführungen halten sich an die ursprünglichen Zeichnungen. Was sich unterscheidet, ist die Information, die jedes Zifferblatt dem Auge anbietet.

Arne Jacobsen Station Wanduhr Ø21 cm mit weißem Zifferblatt mit Minutenskala, schwarzen Zeigern und schwarzem Frontring
Das Station-Zifferblatt: eine vollständige Minutenskala, kräftigere Striche bei den Stunden und keine Ziffern.

Das Station-Zifferblatt: Ablesen nach Position

Das Station-Zifferblatt behandelt Zeit als Messgröße. Sechzig kurze Striche laufen am Rand entlang, längere und kräftigere Striche markieren die Stunden. Zahlen gibt es überhaupt nicht. Man liest die Uhr wie ein Lineal: an der Stelle, auf die der Zeiger auf der Skala weist, nicht durch das Erkennen eines Zeichens.

Das funktioniert, weil die meisten Menschen die Zahlen auf einer analogen Uhr gar nicht lesen. Sie lesen den Winkel der Zeiger. Das Station-Zifferblatt nimmt das ernst und entfernt alles außer der Skala. So entsteht eine sehr ruhige weiße Fläche mit einem starken grafischen Kontrast zwischen schwarzen Strichen und weißem Grund. Bei der Station Wall clock Ø21 cm white/black rahmt ein Frontring aus schwarzem Aluminium das Zifferblatt und verstärkt diesen Kontrast zusätzlich, sodass die Uhr als klare Scheibe vor der Wand steht.

Der zweite Vorteil einer Minutenskala ist die Genauigkeit. Weil jede Minute ihren eigenen Strich hat, lässt sich 10:17 von 10:20 unterscheiden, ohne zu schätzen. Das passt in eine Küche, in einen Flur, durch den man beim Hinausgehen kommt, oder an einen Arbeitsplatz, an dem die genaue Minute zählt.

Das Roman-Zifferblatt: Ablesen nach Zeichen

Das Roman-Zifferblatt geht den umgekehrten Weg. Statt einer dichten Skala setzt es römische Ziffern rund um das Zifferblatt, gezeichnet in einer schlanken, gleichmäßigen Linie, sodass sie dasselbe visuelle Gewicht haben wie die Zeiger. Die Ziffern geben jeder Stunde eine eigene Identität. Den Winkel des Stundenzeigers muss man nicht abschätzen, denn das nächstgelegene Zeichen sagt es direkt.

Der Kompromiss: Ein Zifferblatt mit Ziffern verrät weniger über die Minuten. Seine Stärke ist der schnelle, ungefähre Blick: Es ist etwa halb fünf, es ist gleich neun. Im Gegenzug gewinnt das Zifferblatt an Charakter. Römische Ziffern haben einen typografischen Rhythmus, den eine linierte Skala nicht hat, und die Uhr wirkt wie ein komponiertes Objekt, auch wenn man gerade nicht auf die Zeit schaut.

Die Konstruktion verstärkt diesen Eindruck. Bei allen Roman-Größen trägt das Gehäuse ein konkaves Frontglas, durch das die Uhr leicht vor der Wand zu schweben scheint. Das Glas ist Mineralglas, das Gehäuse Aluminium, die übrigen Teile bestehen aus ABS.

Arne Jacobsen Roman Wanduhr Ø48 cm mit weißem Zifferblatt, schlanken schwarzen römischen Ziffern und schwarzen Zeigern
Die Roman Wanduhr Ø48 cm, die größte der Serie, mit Ziffern in der Strichstärke der Zeiger.

Wie die Größe über das bessere Zifferblatt entscheidet

Hier hören die beiden Ansätze auf, Geschmackssache zu sein, und verhalten sich tatsächlich unterschiedlich. Ablesbarkeit hängt davon ab, wie groß jedes Element aus der jeweiligen Entfernung für das Auge erscheint, und die beiden Zifferblätter skalieren auf unterschiedliche Weise.

Eine Minutenskala skaliert sehr gut nach oben. In großen Formaten wird jeder Strich lang und kräftig, die Abstände zwischen den Minuten öffnen sich, und die ganze Skala lässt sich aus großer Entfernung lesen. Die Station Wall Clock Ø48 cm White/Black ist genau in dieser Situation am stärksten: in einem langen Raum, einem Treppenhaus, einem offenen Küchen- und Essbereich, in dem die Uhr vom anderen Ende aus gesehen wird. In kleinen Formaten rückt dieselbe Skala zusammen, und sechzig feine Striche verschwimmen quer durch den Raum zu einem grauen Ring. Die Stunden bleiben lesbar, doch die Minutengenauigkeit, die das Design ausmacht, gibt es nur aus der Nähe.

Ziffern verhalten sich anders. Eine römische Ziffer ist eine wiedererkennbare Form, und das Auge erkennt Formen, bevor es feine Details auflöst. Auf einem kleinen Zifferblatt halten zwölf klare Zeichen oft besser stand als sechzig Linien, weil es weniger zu unterscheiden gibt. Die Roman Wall clock Ø16 cm white/black ist die kleinste der Roman-Serie und passt an Orte, an denen man recht nah davorsteht: über einem Schreibtisch, neben einem Bücherregal, in einem schmalen Flur oder an der Schlafzimmerwand. Aus dieser Entfernung sind die Ziffern sofort lesbar, und das Zifferblatt bleibt ruhig.

In der größten Ausführung wechselt das Roman-Zifferblatt erneut seine Rolle. Bei der Roman Wall clock Ø48 cm white/black werden die Ziffern groß genug, um sie aus der Distanz zu lesen, doch die Uhr ist nun ebenso grafisches Element wie Instrument. Sie wirkt dort, wo die Wand selbst einen Blickfang braucht, über einem Sideboard oder am Ende eines Flurs, mehr als dort, wo jemand die genaue Minute wissen muss.

Die vier Größen im Vergleich

Die folgenden Angaben stammen aus den Produktdaten. Die Tiefe ist wichtiger, als es scheint: Je tiefer das Gehäuse, desto weiter steht die Uhr von der Wand ab und desto stärker wird der Schwebeeffekt.

UhrZifferblattDurchmesserTiefeGewichtAm besten lesbar
Station Ø21 cmMinutenskala, keine Ziffern21 cm5,4 cm0,92 kgKüchen und Arbeitsplätze, aus naher bis mittlerer Entfernung
Station Ø48 cmMinutenskala, keine Ziffern48 cm7,8 cmKeine AngabeGroße Räume, in denen die Uhr aus der Ferne gelesen wird
Roman Ø16 cmRömische Ziffern16 cm4,5 cm (Höhe 4,5 cm)0,55 kgSchreibtische, Flure und Schlafzimmer, aus der Nähe gelesen
Roman Ø48 cmRömische Ziffern48 cm7,8 cm4,01 kgAls Blickfang an einer großen Wand

Aus der Tabelle ergeben sich zwei praktische Hinweise. Die Roman Ø48 cm wiegt 4,01 kg und braucht daher eine solide, zum Wandmaterial passende Befestigung statt eines Bilderhakens. Und die beiden großen Uhren haben dieselbe Tiefe: Im selben Raum aufgehängt, stehen sie gleich weit von der Wand ab.

Die Wahl zwischen beiden

Beginnen Sie mit der Entfernung. Wird die Uhr quer durch einen großen Raum gelesen, liefert die Station-Minutenskala in Ø48 cm die klarste Information. Wird sie von einem Stuhl oder Schreibtisch aus kurzer Distanz gelesen, erfasst man die römischen Ziffern in Ø16 cm schneller als eine kleine Minutenskala. Im mittleren Bereich ist die Station in Ø21 cm ein guter Kompromiss für die Küche, wo die genaue Minute oft zählt.

Überlegen Sie dann, wie viel die Uhr sagen soll. Das Station-Zifferblatt ist zurückhaltender und technischer, nah an der Beschilderung. Das Roman-Zifferblatt ist typografischer und gibt einer Wand etwas mehr Präsenz. Beide laufen mit Batterie und brauchen nicht mehr als ein Abwischen mit einem trockenen, weichen Tuch.

Arne Jacobsen Station Wanduhren in mehreren Größen mit weißen Zifferblättern und schwarzen Minutenskalen an einer Wand
Station-Uhren in verschiedenen Größen: Die Minutenskala gewinnt mit wachsendem Durchmesser an Präsenz.

Einen ausführlicheren Blick auf alle vier Zifferblatt-Familien von Jacobsen im direkten Vergleich bietet Arne Jacobsen Wanduhren: Bankers, Roman, Station, City Hall. Alle Größen und Zifferblätter finden Sie in der gesamten Arne Jacobsen Uhren-Kollektion.