Zwei Tischleuchten, die Poul Henningsen für Louis Poulsen entworfen hat, teilen dieselbe Geometrie aus drei Schirmen und fast dasselbe Profil, und doch steht die eine 45 mm breiter da als die andere. Dieser Abstand und ein deutlicher Unterschied im Gewicht entscheiden darüber, welche Leuchte auf einen Nachttisch gehört und welche auf ein Sideboard. So verhalten sich PH 3/2 und PH 3½-2½ zueinander, gemessen allein an den Angaben zur jeweiligen Ausführung.
Was die Zahlen in einem PH-Namen bedeuten
PH-Namen sind Maße, keine Modellnummern. Die erste Zahl nennt die Größe des oberen Schirms in Dezimetern, die zweite die des mittleren Schirms. Eine PH 3/2 setzt also einen Schirm von drei Dezimetern über einen von zwei Dezimetern, und eine PH 3½-2½ legt bei beiden einen halben Dezimeter zu. So gelesen beschreibt der Name die Proportionen des Schirmsatzes, noch bevor man die Leuchte gesehen hat.
Das System hinter beiden ist älter als jeder der beiden Entwürfe. Henningsen entwickelte das Dreischirmsystem System PH gemeinsam mit Louis Poulsen im Jahr 1926, ein Jahr nachdem die Pariser Leuchte, die er mit dem Unternehmen gebaut hatte, auf der Exposition Internationale des Arts Décoratifs Gold gewann. Jede Schirmkurve folgt einer logarithmischen Spirale, und die drei Schirme sitzen in berechneten Positionen übereinander, sodass das Licht einer einzigen Lampe nach unten gelenkt wird und nichts davon direkt ins Auge fällt. Ausführlicher steht die Begründung in wie das PH Dreischirmsystem funktioniert.

Vier Ausführungen im direkten Vergleich
Beide Größen bleiben in mehr als einem Material im Programm, die eigentliche Wahl fällt also zwischen vier Tischleuchten statt zwischen zweien. Alles in der Tabelle unten stammt aus der Spezifikation der jeweiligen Ausführung.
| Detail | PH 3/2 Table Lamp | PH 3½-2½ Table Lamp | PH 3½-2½ Metal Table Lamp | PH 3/2 Aged Brass Opal |
|---|---|---|---|---|
| Maße | 285 x 455 x 285 mm | Ø 330 mm, Höhe 465 mm | 330 x 450 x 330 mm | 285 x 455 x 285 mm |
| Gewicht | 2,5 kg | 6,6 kg | 5,6 kg | 5,3 kg |
| Oberer Schirm | Mundgeblasenes dreischichtiges weißes Opalglas, außen glänzend, innen sandgestrahlt matt | Mundgeblasenes weißes Opalglas | Gedrücktes Aluminium mit weißer Rollkante und weißer Innenseite | Mundgeblasenes dreischichtiges Glas mit weißer Innenseite |
| Schaft und Rahmen | Hochglanzverchromtes Messing | Gedrücktes Messing und Messing | Seidenmattes braunes Messing | Gealtertes Messing, lackiert |
| Farben | Sieben, darunter glänzendes Beige, glänzendes Bordeaux, glänzendes Tiefblau und glänzendes Tiefgrün | Drei: hochglanzverchromt, schwarz metallisiert, messing metallisiert | Vier: Weiß, Rot, Gelb, Grün | Eine Ausführung in gealtertem Messing |
| Leuchtmittel | Für diese Ausführung nicht angegeben | E14, ein Leuchtmittel, max. 60 W, dimmbar mit dimmbarem Leuchtmittel | E14, ein Leuchtmittel, max. 60 W | E14, ein Leuchtmittel, max. 40 W |
| Passt zu | Nachttische, schmale Konsolen, ein Schreibtisch, auf dem auch ein Laptop steht | Sideboards und großzügige Nachttische | Schreibtische und Konsolen im Flur | Sideboards, Fensterbänke, Räume mit dunklem Holz |
Designer aller vier: Poul Henningsen. Die PH 3½-2½ Tischleuchten aus Glas und aus Metall gehen beide auf seine Zeichnung von 1928 zurück.
Was die zusätzlichen 45 mm auf dem Schreibtisch ändern
Die Höhe ist nahezu identisch, 455 mm gegenüber 465 mm, quer durch den Raum wirken beide Leuchten deshalb wie dasselbe Objekt. Der Unterschied liegt in der Breite. Mit 285 mm kommt die PH 3/2 Table Lamp auf einem flachen Nachttisch zurecht und lässt neben einem Laptop Platz; mit 330 mm verlangt die PH 3½-2½ Table Lamp eine Fläche mit etwas Tiefe, sonst ragt sie über die Vorderkante einer schmalen Konsole hinaus.
Diese 45 mm verändern auch das Licht. Ein breiterer oberer Schirm wirft seinen Lichtkreis weiter über die Fläche darunter und rückt die Schirmkante ein Stück weiter von der Augenhöhe eines Sitzenden ab. Deshalb wirkt die größere Leuchte als die geselligere der beiden: Sie beleuchtet ein Stück Sideboard statt ein Buch. Die kleinere bündelt dasselbe blendfreie Licht auf einer engeren Insel, genau so, wie Henningsen es sich neben einem Sessel gedacht hat.
Das Gewicht erzählt dieselbe Geschichte aus einer anderen Richtung. Die PH 3/2 aus weißem Opalglas wiegt 2,5 kg, leicht genug, um sie ohne Nachdenken zwischen Räumen zu tragen. Die PH 3½-2½ aus Glas bringt 6,6 kg auf die Waage, die Metallversion 5,6 kg und die PH 3/2 in gealtertem Messing 5,3 kg. Das sind Leuchten, die man einmal stellt, was zu wissen lohnt, wenn man abends gern ein Zimmer umräumt.

Oberer Schirm aus Glas oder aus gedrücktem Aluminium
Innerhalb der größeren Größe steht eine zweite Entscheidung an. Die PH 3½-2½ ganz aus Glas leuchtet als ganzes Objekt: Der obere Schirm wird zusammen mit den beiden darunter von innen erhellt, sodass die Leuchte auch quer durch den Raum zu einem weichen Blickpunkt wird und nicht nur Arbeitslicht bleibt. Das ist die Ausführung, wenn die Leuchte die Abendstimmung eines Wohnzimmers tragen soll.
Die PH 3½-2½ Metal Table Lamp tauscht diesen oberen Schirm gegen gedrücktes Aluminium mit weißer Rollkante und weißer Innenseite und behält mundgeblasenes Glas für die beiden unteren Schirme. Weil der obere Schirm undurchsichtig ist, geht fast die gesamte Lichtleistung nach unten auf die Fläche, und der Schein bleibt gefasst. Dazu kommen die Details der Entstehungszeit, auf die Sammler achten: Henningsens ursprüngliche Schirmhalterung, die kleinen Justierschrauben und ein Rahmen aus seidenmattem braunem Messing, der an frühe brünierte Beschläge erinnert. In Weiß verschwindet sie in einem hellen Raum, in Rot, Gelb oder Grün wird sie zum einzigen Farbakzent auf dem Schreibtisch.

Oberflächen, und wie man wählt
Bei der Farbe ist die kleinere Größe die wandlungsfähigere der beiden. Die PH 3/2 Table Lamp gibt es in sieben Ausführungen: messing metallisiert, hochglanzverchromt, schwarz metallisiert und vier glänzende Töne in Beige, Bordeaux, Tiefblau und Tiefgrün. Die größere Glasleuchte bleibt bei drei Metalloberflächen, Chrom, schwarz metallisiert und messing metallisiert, was zu ihrer Rolle als ruhigeres, architektonischeres Objekt passt.
Die PH 3/2 Aged Brass Opal Table Lamp fällt aus der Reihe. Gleiche Hülle mit 285 x 455 x 285 mm, aber 5,3 kg, mit oberer Platte und Schaft aus gealtertem Messing, lackiert, damit die Oberfläche bleibt, dazu ein 2,5 m langes schwarzes Textilkabel und ein Zwischenschalter. Das dreischichtige Opalglas ist außen glänzend und innen sandgestrahlt, sodass die Schirme gleichmäßig leuchten, während der größte Teil des Lichts weiter nach unten auf den Tisch fällt.
Kurz entschieden:
- Flacher Nachttisch, kleine Wohnung oder eine Leuchte, die mitwandern soll: die PH 3/2 aus weißem Opalglas, mit 285 mm und 2,5 kg.
- Sideboard oder Konsole, die abends eine ganze Ecke beleuchten muss: die PH 3½-2½ aus Glas, mit 330 mm.
- Schreibtisch oder Flur, wo das Licht auf der Fläche bleiben soll: die PH 3½-2½ Metal mit ihrem oberen Aluminiumschirm in Weiß, Rot, Gelb oder Grün.
- Ein Raum aus dunklem Holz und warmem Metall: die PH 3/2 in gealtertem Messing.

Wohin die Maße auch weisen, beide Leuchten erledigen dieselbe Aufgabe auf dieselbe Weise, und beide sind seit fast einem Jahrhundert im Programm, weil die Geometrie nach wie vor aufgeht. Wer noch Höhen und Standflächen abwägt, vergleicht sie in der Kollektion Table Lamps mit dem übrigen Raum.
